Die Gefahrenstufen der amtlichen Lawinenwarndienste auf einer Karte — Tirol, Vorarlberg, Salzburg, Steiermark, Kärnten, Bayern, Schweiz, Südtirol und 3 weitere Dienste, Kleinregion für Kleinregion. Stand: Donnerstag, 24. September 2026.
Das ist außerhalb der Wintersaison normal: die Lawinenwarndienste stellen den täglichen Lagebericht im Frühjahr ein und nehmen ihn mit dem ersten dauerhaften Schnee wieder auf — in den Alpen meist Ende November. 16 Regionen melden heute „keine Beurteilung". Unten steht, wie sich die vergangene Saison entwickelt hat.
Wir zeigen die Gefahrenstufe, das Lawinenproblem und die Höhengrenze — also die Zahlen und Codes, die die Warndienste als Daten veröffentlichen. Der ausformulierte Lagebericht mit Schneedeckenaufbau, Expositionen und Tendenz steht beim jeweiligen Dienst, und für die Tourenplanung gilt ausschließlich dieser. Bei jeder Region unten steht, wer sie herausgibt, mit Link zum amtlichen Bericht.
Die Skala ist nicht linear. Die meisten tödlichen Unfälle passieren bei Stufe 3.
Auf eine Region tippen: Gefahrenstufe, Lawinenproblem und der zuständige Dienst.
Aus unserem eigenen Archiv: 178 Tage mit herausgegebener Gefahrenstufe, 2025-11-15 bis 2026-09-23.
Am häufigsten Stufe 4 oder höher: Pelvoux (25 Tage), Queyras (23 Tage), Bucegi (23 Tage), Thabor (23 Tage), Champsaur (22 Tage), Oisans (21 Tage), Haute-Maurienne (21 Tage), Haute-Tarentaise (19 Tage).
Die Warndienste benennen neben der Gefahrenstufe immer auch das Lawinenproblem. Es sagt mehr über die Tourenplanung aus als die Zahl allein: es beschreibt, wo und wann die Gefahr lauert.
Vom Wind verfrachteter Schnee, der sich hinter Graten, in Rinnen und Mulden als Brett ablagert. Frischer Triebschnee ist spröde und bricht oft schon unter dem ersten Skifahrer. Erkennbar an kissenförmigen Ablagerungen und an Schnee, der beim Betreten hohl klingt.
Eine begrabene Schwachschicht tief in der Schneedecke — meist kantige Kristalle oder Oberflächenreif, die im Frühwinter entstanden sind. Das tückischste Problem: die Decke sieht oben gut aus, der Bruch passiert weit unten, und er kann aus der Ferne ausgelöst werden. Altschnee bleibt wochenlang bestehen, auch bei schönem Wetter.
Frisch gefallener Schnee, der sich noch nicht gesetzt hat. Faustregel der Warndienste: ab etwa 20–30 cm Neuschnee innerhalb kurzer Zeit steigt die Gefahr deutlich, bei Wind schon früher, weil daraus Triebschnee wird.
Durchfeuchtete Schneedecke nach Regen, Erwärmung oder starker Sonne. Die Gefahr folgt dem Tagesgang: morgens gering, am Nachmittag am größten. Deshalb im Frühjahr früh starten und früh zurück sein.
Die gesamte Schneedecke rutscht langsam über glattem Untergrund — Gras, Fels, Platten. Vorboten sind die typischen „Fischmäuler". Der Zeitpunkt des Abgangs ist nach heutigem Stand nicht vorhersagbar; Warndienste raten, sich unter offenen Rissen nicht aufzuhalten.
Überhängende Schneegebilde an Graten, vom Wind gebaut. Sie brechen weiter hinten, als man vermutet, und ihr Absturz kann darunter eine Lawine auslösen.
Die Daten stammen von diesen amtlichen Diensten. Für die Tourenplanung gilt ihr vollständiger Bericht — hier sind die Originalseiten.
Die Kleinregionen-Geometrie stammt aus dem EAWS-Regions-Projekt (CC0 1.0), die Lageberichte aus der EAWS-Sammelstelle im CAAMLv6-Format.
Die europäische Gefahrenskala reicht von 1 (gering) bis 5 (sehr groß). Sie ist nicht linear: zwischen Stufe 2 und 3 verdoppelt sich das Risiko nach Einschätzung der Warndienste ungefähr, und die meisten tödlichen Lawinenunfälle passieren bei Stufe 3 (erheblich) — nicht bei 4 oder 5, weil dann kaum noch jemand unterwegs ist.
Von den amtlichen Lawinenwarndiensten selbst. Sie veröffentlichen ihre Lageberichte im CAAMLv6-Format über die Sammelstelle der European Avalanche Warning Services (EAWS). Wir übernehmen daraus die Gefahrenstufe, das Lawinenproblem und die Höhengrenze — den ausformulierten Berichtstext nicht, der bleibt beim Dienst. Bei jeder Region steht, wer sie herausgibt.
Nein — für die Planung gilt der vollständige Lagebericht des zuständigen Dienstes. Diese Karte zeigt den Überblick über viele Länder auf einmal und verlinkt zu jedem Gebiet den amtlichen Bericht. Gefahrenstufe, Expositionen und Höhengrenze allein ersetzen weder den Berichtstext noch die Beurteilung vor Ort.
Weil die Warndienste den täglichen Lagebericht nur in der Wintersaison herausgeben. In der Regel startet er in den Alpen Ende November und endet Anfang Mai; in Nordeuropa (Norwegen, Finnland) läuft er länger. Außerhalb der Saison zeigt die Seite die Auswertung der vergangenen Saison.
Alle, deren Warndienst an der EAWS-Sammelstelle teilnimmt: Österreich, Schweiz, Deutschland (Bayern), Italien, Frankreich, Slowenien, Slowakei, Polen, Tschechien, Rumänien, Spanien, Andorra, Norwegen, Schweden, Finnland, Island, Großbritannien und die Ukraine — zusammen 751 Kleinregionen.